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Die Karaburuner Halbinsel ist ein eher hügeliges bis gebirgiges
Land. Daher gibt es kaum grosse für die Landwirtschaft geeignete Flächen.
Bis vor ein paar Jahrzehnten wurden die landwirtschaftlichen Flächen
hauptsächlich für den Anbau von Weintrauben und Tabak genutzt.
Heute gibt es nur noch ganz wenige Weingärten während der Tabakanbau völlig
aufgegeben wurde. Fast alle landwirtschaftlichen Produkte werden auf eine
naturnahe Art angebaut und erfüllen die Qualität von Naturprodukten.
Durch die besondere Bodenzusammensetzung sowie das günstige Klima sind
die Produkte, wie z.B. Oliven und Olivenöl, Artischocken und Mandarinen
von sehr hoher Qualität. Auf der Karaburuner Halbinsel kommen auch ein
paar Früchte vor, die nur dort wachsen. So gibt es die Hurma-Olive,
eine Olivenart die durch einen Mikroklimaeffekt gleich auf dem Baum ihre
Bitterkeit verliert und deswegen ohne jede Behandlung direkt vom Baum
gegessen werden kann. Ab Herbst 2004 werden die Hurma-Oliven
sowie ökologisch erzeugtes Olivenöl zum ersten Mal als
Karaburuner Marke in einer neuen Verpackungsanlage auf der Halbinsel
verpackt und direkt auf dem türkischen und ausländischen Markt angeboten.
Eine neue Olivenölfabrik wurde zu diesem Zweck im Dorf Eglenhoca gebaut
und wird zum ersten Mal biologisch-organisch hergestelltes Olivenöl mit
Zertifikat produzieren. Die regionale Landwirtschaftsbehörde hat ein Projekt für Agro-Eko
Tourismus gestartet. In diesem Zusammenhang wird eine Reihe von neuen
Produkten hergestellt. So machen z.B. die Frauen in den Dörfern
Marmelade aus wildem Lavendel oder Artischocken, beides Pflanzen, die für
ihre Heilwirkung bekannt sind. Weitere Anstrengungen für die Vermarktung
dieser Produkte werden unternommen. Die auf der Karaburuner Halbinsel angepflanzten und herrlich
riechenden Narzissusen und Hyazinthen werden hauptsächlich in den Grossstädten
wie Istanbul und Ankara verkauft und stellen eine wichtige Einnahmequelle
der Halbinsel dar. Durch eine Nematodenepidemie sind vor allem um Städtchen
Mordogan die Narzissenzwiebeln eingegangen. Deswegen ist die Anpflanzung
von Narzissen und Hyazinthen zurückgegangen und konzentriert sich hauptsächlich
auf die Flächen um Karaburun Stadt. Die kernlosen Mandarinen von Karaburun sind für ihren köstlichen
Geschmack sehr bekannt. Die Mandarinenbäume findet man vor allem im Tal
von Uzundere (in der Nähe vom Dorf von Bozköy) sowie in den Obstgärten
von Yeniliman und Küçükbahçe. Da bis jetzt noch keine
Verpackungsanlage gebaut wurde, werden die Mandarinen unverpackt und zu
sehr niedrigen Preisen von Grosshändlern aufgekauft, was für die Bauern
einen grossen Verlust bedeutet. Eine geplante Verpackungsanlage wird eine
Erhöhung der Preise und eine verbesserte Ausfuhr ermöglichen. Seit der Zeit, als die griechisch-orthodoxe Bevölkerung auf der
Karaburuner Halbinsel lebte (bis vor 30 bis 40 Jahren), stellten die Weingärten
und die Traubenzucht die grössten Einkommensquellen der Halbinsel dar.
Die Traubensorte Sultaniye und Karaburuni waren schon bei den Sultanen in
Istanbul sehr begehrt. Das Deutsche Wort “Sultaninen” ist von dieser
auf der Karaburuner Halbinsel wachsenden Sultaniyesorte abgeleitet. Bis
vor etwa 35 Jahren wurden die Sultaniye- und Razakitrauben direkt nach
Europa ausgeführt. Andere Traubensorten wurden für die Herstellung von
hausgemachtem Wein verwendet. Aber die Emigration der jüngeren Bevölkerung
hat zum Verlassen der Traubenzucht beigetragen. Neue Projekte, die durch
das 6. Rahmenprogram der EU aufgestartet wurden, sollen vor allem auf den
Hügeln, die alten Weingarten wieder neues Leben bringen. Wegen des Mangels an Landwirtschaftsflächen, leben ziemlich viel
Familien von der Schafs- und Ziegenzucht. Mit der Milch von den Schafen
und Ziegen werden regionale Käsesorten gemacht, wie z.B. die Kopanisti-Käse,
die Korb-Käse, die Ziegenbeutel-Käse, sowie auch ein mit Käse
bereitetes Desert, dass man “Hösmerim” oder “Sündürme” nennt.
Bis jetzt wurde der grösste Anteil der Milchproduktion von Grosshändlern
aus Izmir und Umgebung gegen niedrige Preise aufgekauft. Der geplante Bau
von einer Milchproduktenfabrik wird der Milchproduktion seinen richtigen
Wert geben und die Möglichkeit bieten Milchprodukte und regionalen Käse
mit der Karaburuner Marke herzustellen und zu verkaufen. Die Karaburuner Halbinsel hat eine Auf der Karaburuner Halbinsel sollte die Bienenzucht in den
dreissiger Jahren angefangen haben. Heute noch produzieren ein Paar
Imkerfamilien Honig. Der Geschmack der Karaburuner Honig ist derart
bekannt, dass Amateure selbst ihren Honig in den Dörfern einkaufen gehen.
Seit vielen Generationen sind die Karaburuner Frauen sehr gewandt in
verschiedenen Arten von Handarbeit. Seit Jahrhunderte werden die Techniken
und das Können von den älteren Frauen an die jüngeren Mädchen überliefert
wenn diese ihren Brautschatz herstellen. Da die jüngere Bevölkerung auf
der Suche nach Arbeit mehr und mehr die Halbinsel verlässt, ist dieses
Wissen und die Überlieferung dieser traditionellen Handwerken, ins Gedränge
gekommen. Deswegen hat das Karaburuner Zentrum für Erwachseneausbildung
eine Reihe von Ausbildungen organisiert, wobei die älteren Frauen den jüngeren
Frauen die verschiedene Handarbeittechniken beigebracht haben.
Diese Handarbeiten werden jetzt mit der Unterstützung von Agenda 21 sowie
die Karaburuner Frauenkooperative für Agro-Tourismus verkauft. Auf dieser
Art haben unsere traditionellen Handerbeiten eine Chance bekommen zu überleben
und die Frauen die Möglichkeit bekommen um an der Haushaltsökonomi
beizutragen. Die Karaburuner Gemeinde macht auch grosse Anstrengungen um sich in
der Welt bekanntzumachen. Aus diesem Grund hat die Gemeinde in
Zusammenarbeit mit Agenda 21 und in Rahmen der EU-Zuschussprogramme, ein
Projekt ausgearbeitet für die Entwicklung von Biolandwirtschaft,
Glashausprodukte und Handarbeiten. Der geplante Jachthafen soll Platz bieten für 300 Jachten und soll gebaut werden vor dem bestehendem kleinen Fischerhafen von Karaburun. Das Projekt ist jetzt in der Gebotsphase angelangt. Der neue Jachthafen wird neue Arbeitzplätze für die lokale Bevölkerung bieten.
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